Aktuelles 2017

Öffentliche Anhörung im Rechtsausschuss des Bundestages zum Thema Frühehen

Der in den Bundestag eingebrachte Gesetzentwurf zur Bekämpfung von Kinderehen (PDF) wurde am Mittwoch, dem 17. Mai 2017 in einer öffentlichen Anhörung im Rechtsausschuss behandelt.

Gemäß dem Entwurf soll das Ehemündigkeitsalter in Deutschland ausnahmslos auf 18 Jahre festgelegt werden. Die bisherige Möglichkeit, unter bestimmten Voraussetzungen schon mit 16 zu heiraten, wird abgeschafft. Demnach sollen auch Ehen, die im Ausland mit Personen unter 16 Jahren geschlossen worden sind, nicht anerkannt werden. Ehen, die im Ausland mit Personen zwischen 16 und 18 Jahren geschlossen wurden, sollen durch ein Gerichtsverfahren beim Familiengericht aufgehoben werden. Nur in wenigen Ausnahmen (Härtefällen) sollen diese Ehen in Deutschland noch weiterhin Bestand haben.

Zu dem Entwurf haben acht Sachverständige Stellung bezogen, darunter auch die TERRE DES FEMMES-Referentin zu Gewalt im Namen der Ehre, Monika Michell.

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Erinnerung an die „Ehren“-Mordopfer zum neunten Todestag von Morsal Obeidi

Grab Morsal Obeide. Foto: © TERRE DES FEMMES e.V.Grab von Morsal Obeide. Foto: © TERRE DES FEMMES e.V.Am Montag, den 15. Mai 2017 jährt sich zum neunten Mal der „Ehren“-Mord an Morsal Obeidi in Hamburg. Die 16-jährige Deutsch-Afghanin wurde von ihrem Bruder Ahmad mit 23 Messerstichen getötet.

Weil sich Morsal den patriarchalischen Lebensvorstellungen ihrer Familie nicht beugen und ein selbstbestimmtes Leben führen wollte, kam es immer wieder zu gewalttätigen Konflikten innerhalb der Familie, insbesondere mit ihrem Bruder Ahmad und ihrem Vater. Die letzten zwei Jahre vor ihrem Tod floh sie mehrfach in Einrichtungen der Kinder- und Jugendnothilfe, doch kehrte immer wieder zu ihrer Familie zurück. Ihre Ermordung war der Abschluss einer langen Leidensgeschichte. Am 13. Februar 2009 verurteilte das Hamburger Landgericht Ahmad Obeidi wegen heimtückischen Mordes zu lebenslanger Haft.

Zum neunten Todestag von Morsal Obeidi möchte TERRE DES FEMMES den „Ehren“-Mordopfern gedenken und daran erinnern, dass Morsals Tod kein Einzelfall war und der Handlungsbedarf immer noch sehr groß ist. In Deutschland sind viele junge Frauen, die eine vermeintliche Familienehre verletzt haben, welche in Wahrheit der Erhaltung traditionell-patriarchalischer Normen und Machtverhältnisse dient, anhaltend der Gewalt und Unterdrückung ausgesetzt.

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Prozess gegen Sürücü-Brüder erneut vertagt – Ausreisesperre aufgehoben

Am 16. Februar 2017 wurde der Prozess gegen die zwei Brüder nach dreimonatiger Unterbrechung fortgesetzt. Wie schon bei der vorherigen Verhandlung im Oktober wurde der Prozess kurz nach Verhandlungsbeginn auf den 30. März 2017 vertagt. Es fehlt die wichtigste Zeugin.

Angeklagt sind die beiden Männer, ihren jüngsten Bruder mit dem Mord an ihrer Schwester Hatun Sürücü beauftragt und dafür die Tatwaffe besorgt zu haben. Hatun Sürücü wurde am 7. Februar 2005 auf offener Straße in Berlin-Tempelhof erschossen, der Täter war zum Tatzeitpunkt 18 Jahre alt. Er wurde in Deutschland zu neun Jahren Jugendhaft verurteilt und anschließend in die Türkei abgeschoben. Die beiden derzeitigen Angeklagten wurden damals aus Beweismangel freigesprochen; eine erneute Verfahrensaufnahme in Deutschland 2007 verhinderte ihre Ausreise in die Türkei. Im Januar 2016 wurde der Prozess gegen die zwei Brüder in Istanbul neu aufgenommen.

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Hatun Sürücü: der mutigen Frau gedachten Veranstaltungen in Tempelhof und Neukölln

Bei der Kranzniederlegung am Tatort verliest TDF-Referentin Monika Michell die 'Ehren'-Mordopfer aus dem Jahr 2016. Foto: © TERRE DES FEMMESBei der Kranzniederlegung am Tatort verliest TDF-Referentin Monika Michell die "Ehren"-Mordopfer aus dem Jahr 2016.
Foto: © TERRE DES FEMMES

Am 7. Februar jährte sich der Todestag von Hatun Sürücü. Die junge Frau war 23 Jahr alt, als sie vor 12 Jahren Opfer eines sogenannten Ehrenmordes wurde. Auf offener Straße wurde Hatun Sürücü von ihrem jüngeren Bruder erschossen. Hatun Sürücü steht mit ihrem Schicksal stellvertretend für all jene Mädchen und Frauen, denen aufgrund ihrer Entscheidung für ein selbstbestimmtes und freies Leben ebendieses genommen wurde. Der Todestag von Hatun Sürücü mahnt deswegen nicht nur, null Toleranz zu zeigen gegenüber patriarchalen Wertvorstellungen, die sich in einer vermeintlichen Ehre und überkommenen Traditionen artikulieren. Gleichzeitig ist das Gedenken Hatun Sürücüs eine Aufforderung an alle, jeglicher Gewalt gegen Frauen ein klares „Nein“ entgegenzusetzen und für ein Leben in Freiheit und Selbstbestimmung lautstark einzutreten.

Dieses Jahr gedachten erstmals zwei Veranstaltungen an Hatun Sürücü, bei denen auch TERRE DES FEMMES vertreten war. Neben der alljährlichen Kranzniederlegung am Tatort in der Oberlandstraße in Berlin-Tempelhof, hissten über hundert Menschen gemeinsam mit der Neuköllner Gleichstellungsbeauftragten Sylvia Edler und der Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey (SPD) eine Fahne auf dem Rathausplatz.

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Verurteilung wegen Zwangsheirat fehlt die rechtliche Grundlage – Vorsitzender Richter spricht von Gesetzeslücke

Angeklagt waren zwei Männer, im Jahr 2011 ihre damals 18-Jährige Tochter und Cousine in die Türkei gelockt und dort gegen ihren Willen mit ihrem Cousin verheiratet zu haben. Außerdem soll der zum Tatzeitpunkt 26-Jährige Cousin seine damalige Ehefrau mehrfach vergewaltigt haben. Der Prozess begann bereits vor fast vier Jahren, wurde jedoch zur Einholung eines Glaubwürdigkeitsgutachten der Frau für mehrere Jahre unterbrochen. Am 26. Januar 2017 verurteilte das Landgericht Kaiserslautern nun die beiden Männer wegen gemeinsamer gefährlicher Körperverletzung, Nötigung sowie Freiheitsberaubung zu 14 Monaten Haft auf Bewährung.

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„Wiederholungsbedarf !“ – Schultheaterprojekt für junge Geflüchtete in Baden-Württemberg erfolgreich abgeschlossen

Das Theaterensemble von "Mensch: Theater!". Foto: © TERRE DES FEMMESDas Theaterensemble von "Mensch: Theater!".
Foto: © TERRE DES FEMMES
Im Oktober 2016 startete das Theaterprojekt „Mein Weg. Mein Glück. Mein Ziel!“. Seitdem sind die zwölf geplanten Aufführungen an verschiedenen Schulen in Baden-Württemberg erfolgreich über die Bühne gegangen. Mehr als 770 SchülerInnen, die 56 Nationalitäten vertreten, sowie insgesamt 35 Lehrkräfte und SchulsozialarbeiterInnen konnten im Rahmen des Projekts zu dem komplexen Thema „Gewalt gegen Mädchen und Frauen im Kontext von Flucht“ diskutieren, sich informieren und sensibilisieren. Das Theaterprojekt ist eine Kooperation von TERRE DES FEMMES mit dem Theaterensemble „Mensch: Theater!“ und der mobilen Beratungsstelle Yasemin. Finanziert wird das Projekt durch das baden-württembergische Ministerium für Integration und Soziales.

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